Ein Schatz aus China
geschrieben von mormon | 28 Apr, 2008
Zuerst erfuhr ich von dem Schatz an einem wunderschönen australischen Morgen im Oktober 1992. Mein Ehemann, der kein Mitglied der Kirche ist, erwachte und beschrieb mir einen bemerkenswerten Traum. Er sagte, in diesem Traum habe ihn jemand aus meiner Familie gebeten, mir die Erlaubnis zu geben, in die Volksrepublik China zu fahren und die genealogischen Aufzeichnungen meiner Familie zu holen.
Ich fragte meinen Mann, was er darauf geantwortet habe. Er meinte, er wolle nicht dafür verantwortlich gemacht werden, daß er mich nicht habe gehen lassen.
Ich war verblüfft. Ich selbst hatte bereits mit dem Gedanken gespielt, in einigen Monaten nach Hongkong zur Hochzeit meiner Tochter zu fahren. Nach der Hochzeit hätte ich dann in das Dorf auf dem chinesischen Festland reisen können, in dem meine Vorfahren gelebt hatten und wo unsere Aufzeichnungen aufbewahrt sind. Wegen meines Mannes Traum beschloß ich, die Reise zu machen.
Einerseits war ich begeistert, andererseits hatte ich aber auch ein wenig Angst, allein nach China zu fahren. Hier sorgte der Herr für eine Lösung. Mein Schwiegersohn wollte auch nach Hongkong gehen, und er bot an, mich nach China zu begleiten.
Am 16. Dezember 1992 bestiegen wir den Zug von Hongkong nach Guangzhou, China. Von Guangzhou aus nahmen wir einen anderen Zug nach Maomeng; dieser Teil der Reise dauerte elf Stunden. Von Maomeng aus fuhren wir mit einem Motorrad mit Beiwagen, bis wir drei Stunden später in dem Dorf ankamen. Bei unserer Ankunft war mein Onkel sehr überrascht, denn er hatte den Brief, der unsere Ankunft ankündigte, erst am Abend zuvor erhalten. Ich erkannte meinen Onkel sofort, denn er sah genau wie mein Vater aus. Nachdem wir uns alle bekanntgemacht hatten, fragte ich nach den Aufzeichnungen.
Mein Onkel brachte sieben Bände, und mit Hilfe der darin enthaltenen Daten konnte meine Familie fast siebenhundert Jahre weit zurückverfolgt werden. Zu jedem einzelnen Vorfahren waren nicht nur das Geburts- und das Sterbedatum angegeben, sondern auch noch ein Teil der persönlichen Geschichte. Ich war begeistert.
Jedoch stand ich vor einem großen Problem. Das Dorf war so abseits, daß es kein fließendes Wasser gab, geschweige denn einen Fotokopierer. Die Berichte per Hand zu kopieren, würde Monate beanspruchen. Als ich meine Sorge äußerte, lächelte mein Onkel. Er sagte, er besitze eine zusätzliche Kopie, die ich mitnehmen dürfte. Mein Schwiegersohn und ich schauten uns verwundert an. Diese Leute sind nicht reich, und die Anfertigung dieser zusätzlichen Kopie muß viel Geld gekostet haben.
Daß ich keine genealogische Arbeit für meine Familie tat, hatte ich jahrelang damit entschuldigt, daß mir die Aufzeichnungen fehlten. Von jetzt an gab es keine Entschuldigung mehr. Dieses Erlebnis hat mich davon überzeugt, daß viele meiner Vorfahren das Evangelium in der Geisterwelt angenommen haben, und daß aus diesem Grund der Weg für mich geöffnet wurde, in den Besitz der Aufzeichnungen zu gelangen — in der Tat ein Schatz von unermeßlichem Wert.
Jenny Shaylor, April 1994
Ich fragte meinen Mann, was er darauf geantwortet habe. Er meinte, er wolle nicht dafür verantwortlich gemacht werden, daß er mich nicht habe gehen lassen.
Ich war verblüfft. Ich selbst hatte bereits mit dem Gedanken gespielt, in einigen Monaten nach Hongkong zur Hochzeit meiner Tochter zu fahren. Nach der Hochzeit hätte ich dann in das Dorf auf dem chinesischen Festland reisen können, in dem meine Vorfahren gelebt hatten und wo unsere Aufzeichnungen aufbewahrt sind. Wegen meines Mannes Traum beschloß ich, die Reise zu machen.
Einerseits war ich begeistert, andererseits hatte ich aber auch ein wenig Angst, allein nach China zu fahren. Hier sorgte der Herr für eine Lösung. Mein Schwiegersohn wollte auch nach Hongkong gehen, und er bot an, mich nach China zu begleiten.
Am 16. Dezember 1992 bestiegen wir den Zug von Hongkong nach Guangzhou, China. Von Guangzhou aus nahmen wir einen anderen Zug nach Maomeng; dieser Teil der Reise dauerte elf Stunden. Von Maomeng aus fuhren wir mit einem Motorrad mit Beiwagen, bis wir drei Stunden später in dem Dorf ankamen. Bei unserer Ankunft war mein Onkel sehr überrascht, denn er hatte den Brief, der unsere Ankunft ankündigte, erst am Abend zuvor erhalten. Ich erkannte meinen Onkel sofort, denn er sah genau wie mein Vater aus. Nachdem wir uns alle bekanntgemacht hatten, fragte ich nach den Aufzeichnungen.
Mein Onkel brachte sieben Bände, und mit Hilfe der darin enthaltenen Daten konnte meine Familie fast siebenhundert Jahre weit zurückverfolgt werden. Zu jedem einzelnen Vorfahren waren nicht nur das Geburts- und das Sterbedatum angegeben, sondern auch noch ein Teil der persönlichen Geschichte. Ich war begeistert.
Jedoch stand ich vor einem großen Problem. Das Dorf war so abseits, daß es kein fließendes Wasser gab, geschweige denn einen Fotokopierer. Die Berichte per Hand zu kopieren, würde Monate beanspruchen. Als ich meine Sorge äußerte, lächelte mein Onkel. Er sagte, er besitze eine zusätzliche Kopie, die ich mitnehmen dürfte. Mein Schwiegersohn und ich schauten uns verwundert an. Diese Leute sind nicht reich, und die Anfertigung dieser zusätzlichen Kopie muß viel Geld gekostet haben.
Daß ich keine genealogische Arbeit für meine Familie tat, hatte ich jahrelang damit entschuldigt, daß mir die Aufzeichnungen fehlten. Von jetzt an gab es keine Entschuldigung mehr. Dieses Erlebnis hat mich davon überzeugt, daß viele meiner Vorfahren das Evangelium in der Geisterwelt angenommen haben, und daß aus diesem Grund der Weg für mich geöffnet wurde, in den Besitz der Aufzeichnungen zu gelangen — in der Tat ein Schatz von unermeßlichem Wert.
Jenny Shaylor, April 1994